Akupunktur

Akupunktur - kleiner Stich mit großer Wirkung

Der Begriff “Akupunktur” dürfte langläufig bekannt sein. Aber was ist Akupunktur eigentlich? Warum sollen diese kleinen Nadeln wirklich Linderung verschaffen?


Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der chinesischen Medizin. Ihre Wirkung bezieht sich auf die Grundlage, das der Körper von Energielaufbahnen, den so genannten Meridianen durchzogen ist.

Auf den Meridianen läuft die Lebensenergie Qi. Aufgrund äußerer oder innerer Einflüsse können diese Meridiane blockieren, ähnlich wie bei einem Stau auf der Autobahn. Nun würde sich auf der einen Seite des Meridians die Energie stauen, während auf der anderen Seite zu wenig Energie wäre.

Der Akupunkteur erstellt beim ersten Besuch eine große Anamnese, das heißt, er stellt eine Menge Fragen zum zeitlichen Ablauf der Symptome, sieht sich das Tier von allen Seiten genau an, fragt nach Charaktereigenschaften und Verhaltensauffälligkeiten in der letzten Zeit. Daraus ergibt sich der Befund. Dank des Befundes ist der Therapeut in der Lage, durch gezielte Reizsetzung definierter Akupunkturpunkte Energien umzuleiten, auszuleiten oder Blockaden zu lösen.

Soviel zur Theorie. Aber was hier so schön klingt, muss sich in der Realität immer noch nicht durchsetzen. So zumindest war meine Annahme, als ich 2009 während meiner Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin auch die Akupunktur erlernen durfte. Ich schreibe bewusst “durfte”, denn heute sehe ich es als großes Geschenk, dass ich meinen Patienten diese Therapieform zugute kommen lassen kann.

Was mich überzeugte, waren meine Patienten. Mein eigenes Pony litt zu dem Zeitpunkt seit über drei Jahren an einem mehr oder weniger chronischem Husten. Mal ging es ihm ein paar Wochen sehr gut, aber die meiste Zeit hustete er. Verschiedene Tierärzte probierten sich an ihm. In der Therapie begannen wir mit leichten Mitteln wie Tee und Hustenlöser bis hin zum Cortison. Leider half nichts auf Dauer, manches schlug gar nicht an. So empfand ich mein Pony als perfekten Probanden für die Akupunktur. Bereits nach den ersten drei Behandlungen ging es ihm deutlich besser, und schon nach zwei Wochen der regelmäßigen Akupunktur hatten wir den Husten soweit in den Griff bekommen, dass ich von Reitkollegen auf seinen neuen Gesundheitszustand angesprochen wurde. Früher weinte ich vor Verzweiflung, weil ich mir keinen Rat mehr wusste, nun weinte ich vor Erleichterung.

Auch andere Besitzer tierischer Patienten (darunter andere Hustenpatienten, Patienten mit angeborenen Fehlstellungen, innerer Unruhe und Verspannungen), berichteten mir von den Besserungen. Die Akupunktur ist sicher kein Allheilmittel, aber als dieses ist es auch nicht gedacht. Einer der Grundsätze der Akupunktur lautete: Wir können heilen was gestört, jedoch nicht was zerstört ist. Hier können wir lindern.

Für viele Tierbesitzer ist die Akupunktur (wie anfangs für mich selbst) der letzte Rettungsanker. Es werden dann kleine Wunder erwartet. Dbei muss man berücksichtigen,  welche Erkrankung vorliegt wie lange das Tier bereits daran leidet. Danach entscheidet sich, wie schnell eine Therapieform Erfolge zeigt. Ein Patient, der seit Jahren die gleichen Symptome aufweist, wird nach einer Akupunktur nicht wieder fit sein, aber man wird eine Veränderung feststellen! Hier sind Sie als Besitzer zur Geduld aufgerufen. Und dann werden Sie selbst auch überrascht sein, wie viel mit ein paar kleinen Stichen ausgerichtet werden kann. Lassen Sie sich überzeugen, von einer nebenwirkungsarmen, ganzheitlichen Form der Behandlung und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der chinesischen Akupunktur.

Zu Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, weitere Informationen erhalten Sie auf meiner Internetpräsenz: www.Tierphysio-Kosmiky.de

Ihre Kirsten Kosmiky, Tierphysiotherapeutin und Tierakupunkteurin