Der Pferdesportverband ehrte seine Richter

Bielefeld (PV). Während der Delegiertenversammlung des PV in Bielefeld wurden drei Turnierrichter aus ihrem Amt verabschiedet und für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.

Josef Bagert

Pferde sind aus dem Leben von Josef Bagert nicht wegzudenken. Erste Freundschaft mit ihnen schloss er schon als Kind auf dem elterlichen Bauernhof. Mit 14 Jahren trat er 1950 dem Reitverein Darup bei, lernte das Reiten und Fahren und nahm an Turnieren teil. In Dressur, Springen und Vielseitigkeit sammelte er Erfolge bis zur Klasse M. Im Fahrsport errang er Siege und Platzierungen bis Klasse L in Ein-, Zwei- und Vierspännerprüfungen. 1964 legte er seine Amateur-Reitlehrerprüfung ab – das Pendant zum heutigen Trainer A. 

Inzwischen Landwirtschaftsmeister, wechselte er 1965 von Darup zum Reitverein Mesum. Seit 1969 war Josef Bagert als Parcourschef auf Turnieren unterwegs, seit 1984 als Richter, später auch als Richter in Fahrprüfungen. Im eigenen Stall kümmerte sich der Westfale um eine kleine Zucht mit ein oder zwei Stuten und Fohlen. Im Reitverein Mesum gehörte Josef Bagert bis 2014 zum Vorstandsteam und bringt sich noch heute in vielerlei Hinsicht ehrenamtlich ins Vereinsleben ein.

Josef Geßmann

Aus der ländlichen Reiterei in Westfalen ist Josef Geßmann aus Münster-Nienberge nicht wegzudenken. Unzählige Erfolge vor allem in Mannschaftsprüfungen gehen auf sein Konto – zunächst als Reiter und später als Ausbilder. Auf einem Bauernhof großgeworden, ritt Josef Geßmann zunächst die jungen Pferde aus eigener Zucht auf Turnieren, ums sie später zu verkaufen. Er sammelte Siege und Platzierungen in Dressur und Geländewettbewerben und im Springen bis zur Klasse M. Zuerst ritt er für den Reitverein Appelhülsen, für den er auch als Reitlehrer arbeitete. 1955 erbte er einen Hof in Nienberge und wechselte zum dortigen Reitverein. Auch dort wirkte er als Reitlehrer, zusätzlich für einige Jahre auch noch in Altenberge. Seit zwölf Jahren unterrichtet der Westfale beim ZRFV Albachten und auf der eigenen Reitanlage in Nienberge-Schonebeck, die inzwischen von seinem Sohne Andreas geleitet wird. Seit 1984 ist der beliebte Ausbilder als Richter in ganz Westfalen und auch im angrenzenden Niedersachsen unterwegs.  Vor zehn Jahren stellte er die Show-Quadrille der Privathengste zusammen, aus der später eine viel beachtete Quadrille aus acht Privathengsten und acht Hengsten aus dem Landgestüt wurde. Mit dieser Zusammenstellung trat er in Westfalen, Hannover, Bremen, beim CHIO in Aachen und bei der Eqitana auf. Auch heute noch hat der Nienberger Spaß an seiner kleinen Pferdezucht und unterstützt seine Schüler auf den Turnieren in der Umgebung.

Rainer Aufenvenne

Aus seinem Ehrenamt als Turnierrichter und Pony-Messbeauftragter verabschiedet sich auch  Rainer Aufenvenne aus Dülmen. In seiner Jugend war der gebürtige Beckumer selbst erfolgreich im Pferdesattel unterwegs. Er ritt Dressur und Springen bis Klasse M und Vielseitigkeit bis Klasse L. Besonders liebte er die Mannschaftsreiterei, vor allem den Wettkampf um die Provinzialstandarte. „Solche Teamwettkämpfe zu fördern, ist auch heute noch mein Anliegen. Sie sind einfach immens wichtig“, sagt Rainer Aufenvenne.

Weil er in seinem Beruf viel in ganz Deutschland und darüber hinaus unterwegs war – er prüfte die Dienststellen der Bundeswehr für den Bundesrechnungshof – blieb bald keine Zeit mehr für die Reiterei. Doch der Westfale wollte etwas an den Sport zurückgeben und legte 1980 die Prüfung zum Turnierrichter ab. Jahrzehntelang war er an etlichen Wochenenden im Jahr auf den westfälischen Turnierplätzen unterwegs. Dabei legte er stets großen Wert auf Pünktlichkeit, Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit. „Der heutige Ehrenkodex, den die Richter unterschreiben müssen, sollte ohnehin für uns Richter selbstverständlich sein“, findet der Dülmener.

Seit gut 20 Jahren ist Rainer Aufenvenne auch als Pony-Messbeauftragter für den Pferdesportverband Westfalen im Einsatz. „Damals hatte mich August Lütke-Westhues zu diesem Job verdonnert. Aber ich muss sagen, er hat mir ebenso wie das Richten immer viel Spaß gemacht.“ In Zukunft möchte Rainer Aufenvenne mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Sie musste schließlich an vielen Wochenenden auf ihn verzichten. Am Pferdesport ist er als Mitglied des RV Dülmen natürlich weiter interessiert. Immerhin hat auch einer seiner Enkel den „Pferde-Virus“ geerbt.

Quelle: PV Münster

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