DKB-BCH 2015: "Wir müssen uns um die Zukunft des Spitzensports keine Sorgen machen"

Nachlese der DKB-Bundeschampionate 2015

Warendorf (fn-press). „Geht nicht, gibt’s nicht. Wir versuchen, für alle das Beste zu machen“, beschrieb Turnierleiter Carsten Rotermund das Veranstalter-Motto der DKB-Bundeschampionate, die am Sonntag nach fünf mit 57 Prüfungen gespickten Tagen zu Ende gingen. Die Bilanz: Eine Nachtschicht, um den regenertränkten Boden auf dem Dressurviereck wegzuzaubern, doppelter Hackschnitzelverbrauch für die Besucherwege, 38.000 Zuschauer, zwanzig neue Bundeschampions und die Erkenntnis, dass man sich auch bei der 22. Auflage der Veranstaltung in Warendorf auf die 450 überwiegend ehrenamtlichen Helfer verlassen kann.

„Wir haben dieses Jahr herausragende junge Pferde und Ponys in Dressur, Springen und Vielseitigkeit gesehen“, fasste Theo Leuchten, Vizepräsident Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), die züchterische und sportliche Qualität der diesjährigen Vierbeiner zusammen. „Es war schon toll, mit welcher Souveränität hier die Medaillen gewonnen wurden. Wenn es uns gelingt, diese Top-Pferde in die Hände von Top-Reitern zu bringen, dann müssen wir uns um unsere Zukunft im Spitzensport keine Sorgen machen.“ Als Beleg dafür nannte er A la Carte NRW und Kendra Claricia Brinkop. Die 20-jährige ist Mitglied der Perspektivgruppe Springen und gewann mit dem Westfalenhengst des Nordrhein-Westfälischen Landgestüt das Warendorfer Youngster Championat, eine Springprüfung der Klasse S** mit einmaligem Stechen für siebenjährige Pferde. „Die beiden haben gezeigt, dass unser Nachwuchspferdekonzept aufgeht. Die Fachleute haben mit der Zunge geschnalzt, wie souverän die beiden diese Aufgabe hier gelöst haben“, sagte Theo Leuchten. Spitze war Kendra Claricia Brinkop aber nicht nur im Parcours. Sie war eine von insgesamt 13 Reitern, die für ihr pferdegerechtes Verhalten auf dem Vorbereitungsplatz mit dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgelobten Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde. „Das zeigt: Spitzensport und Pferdewohl schließen sich nicht aus. Dieser Preis stellt das wunderbar heraus“, freute sich Leuchten.

Auch organisatorisch fordern die DKB-Bundeschampionate als Outdoorveranstaltung Spitzenleistungen. „Wir hatten im Vorfeld aufgrund des Wetters nicht die einfachsten Bedingungen“, stellte Carsten Rotermund fest. Täglich wurde ein neuer Berg Holzspäne für die Besucherwege geliefert. Der Verbrauch stieg von normalerweise 600 auf 1.200 Kubikmeter. Trecker schoben Schlamm weg oder zogen LKW. 36,5 Hektar Gesamtgelände lassen sich eben nicht komplett wetterfest machen. „Wir sind aber froh, dass unsere Nachbarn und Partner hier überall so gut mitziehen.“ Die ländliche Lage in Verbindung mit der intensiven Nutzung von Smartphones verstärkte den Druck auf infrastrukturelle Anpassungen. „Wir sind hier hauptsächlich Trainings- und nicht Eventgelände. Dennoch sehen wir die Notwendigkeit einiger Verbesserungen wie zum Beispiel die Netzabdeckung, damit es mit dem Internet und dem Telefonieren besser klappt. Schließlich wollen wir, dass alle Beteiligten Freude an der Veranstaltung haben“, war Carsten Rotermund gedanklich schon mit den nächsten DKB-Bundeschampionaten beschäftigt, die vom 31. August bis 4. September 2016 stattfinden. Bo

Ausführliche Berichte und Informationen zu allen Bundeschampions sowie ein Film mit Stimmen der Züchter auf dem Youtube-Kanal der FN unter www.youtube.com.

Quelle: FN Aktuell / Adelheid Borchardt

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