Fahren: Christoph Sandmann gewinnt deutlich WM-Sichtung in Herford

Fast 14 Punkte Vorsprung vor Rainer Duen

Herford (fn-press). Beim Fahrturnier in Herford, gleichzeitig die zweite Sichtung für die Weltmeisterschaften in der Normandie, zeigte Vierspännerfahrer Christoph Sandmann (Lähden) eindrucksvoll seine Stärke. Platz eins in der Dressur, im Gelände und im Hindernisfahren brachten dem 47-Jährigen insgesamt 125,77 Punkte und damit einen Vorsprung von fast 14 Punkten vor dem Zweitplatzierten Rainer Duen (Minden), der auf 139,67 Punkte kam.

Nach Platz zwei in der ersten Sichtung in Herchenrode und dem heutigen Sieg dürfte sich Sandmann einmal mehr einen Platz im WM-Aufgebot gesichert haben. Seit 1990 gewann der selbstständige Speditionskaufmann drei Mal mit der Mannschaft die Goldmedaille, der internationale Einzeltitel fehlt dem siebenfachen Deutschen Meister aber noch. Dazu Bundestrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring): „Christoph hat hier in allen drei Teilprüfungen Super-Leistungen gezeigt. Vor allem in der Dressur hat er sich deutlich gesteigert. Das gilt auch für die anderen potentiellen WM-Teilnehmer und damit bin ich sehr zufrieden.“

Ausgesprochen zufrieden war Geiger auch mit den Leistungen des Zweitplatzierten Rainer Duen. „Rainer hatte zwei Gespanne am Start. Mit den älteren, erfahreneren Pferden hat er sehr gute Leistungen gezeigt, mit den jüngeren Pferden lief es nur im Kegelparcours noch nicht so rund“. Rang acht lautete hier das Ergebnis.

Platz drei in Herford ging mit 143,64 Punkten an den Sieger der ersten WM-Sichtung, Georg von Stein aus Moldautal, der dieses Mal Nachwuchspferde („mit guter Perspektive“, so Geiger) angespannt hatte. Der 41-Jährige gehörte schon zwei Mal zum WM-Team und gewann 2012 mit der Mannschaft Silber, 2010 Mannschaftsbronze. Die einzige Dame im Feld, Mareike Harm aus Negernbötel, wurde Vierte. Sie war jeweils Zweite in der Dressur und im Hindernisfahren, nicht ganz so gut lief es im Gelände: Neunte von zwölf Teilnehmern lautete hier das Ergebnis der 28-Jährigen. Bei der ersten Sichtung im Herchenrode war Harm nicht am Start: In Absprache mit dem Bundestrainer war sie an dem Wochenende beim CAI Windsor/GBR und wurde dort im hochkarätigen internationalen Starterfeld Zehnte. Fünfter in Herford war Dirk Gerkens (Paderborn/151,91 Punkte). Der 36-Jährige gilt als Geländespezialist und wurde seinem Ruf gerecht – Platz zwei lautete sein Ergebnis in dieser Teilprüfung. Michael Brauchle (Lauchheim), Dritter der ersten WM-Sichtung war nicht nach Herford gekommen. „Drei der vier Sichtungen sind Pflicht. Michael war an diesem Wochenende mit jungen Pferden in seiner Heimat am Start“, sagte Geiger.

Die Kombinierte Prüfung der Pony-Vierspänner – für sie steht in diesem Jahr kein Championat auf dem Programm – gewann Martin Thiemann (Saerbeck) mit 134,43 Punkten ganz knapp vor Marathonsieger Michael Bügener (Emsdetten) mit 134,66 Punkten und Abel Unmüssig aus Hinterzarten mit 136,79 Punkten. Dressursieger Tobias Bücker (Emsdetten) belegte mit 136,94 Punkten Platz vier, Dieter Höfs (Weil der Stadt) wurde Fünfter (137,14).

In der Zweispännerkonkurrenz führte kein Weg an Sebastian Warneck (Potsdam) vorbei. Der 31-Jährige Staatsanwalt, der erst vor wenigen Wochen seine langjährige Freundin Christin geheiratet hat, brachte sogar noch sein zweites Gespann auf den fünften Platz. Stefan Schottmüller (Kraichtal) wurde mit 116,89 Punkten Zweiter vor Michael Freund (Dreieich) mit den Gespann seines Sohnes Marco (117,12) und Anna Sandmann (Lähden) mit 121,87 Punkten. Den Sieg bei den Pony-Zweispännern sicherte sich Dieter Baackmann (Emsdetten) mit 103,16 Punkten vor Christof Weihe (Petershagen/109,59), Niels Kneifel (Wunstorf/115,12), Jan-Felix Pfeffer (Hamburg/116,78) und Jakob Finck (Wachenheim/124,02).

Quelle: FN/Birgit Springmann

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