Fahren: Warneck und Baackmann holen Gold

Deutsche Meisterschaften Zweispänner in Drebkau

Drebkau (fn-press). Das Fahrsportzentrum Raakow-Drebkau südwestlich von Cottbus war an diesem Wochenende Austragungsort der Deutschen Meisterschaften der Zweispännerfahrer. In der Konkurrenz der Pferde gewann der Potsdamer Sebastian Warneck seine siebte Goldmedaille, bei den Pony-Zweispännern holte sich Dieter Baackmann (Emsdetten) zum zweiten Mal Gold.

Während Dieter Baackmann nahezu einen Start-Ziel-Sieg hinlegte, war bei den Großpferden zunächst kein eindeutiger Favorit auszumachen. Die Dressur gewann Rainer Bruelheide aus Halle in Westfalen. Der 58-jährige gehört seit mehr als 30 Jahren zur deutschen Zweispännerszene und konnte sich in Drebkau mit 44,54 Punkten gegen Stefan Schottmüller (Kraichtal/45,84) und einen der Hausherren der Anlage, Torsten Koalick (46,01), durchsetzen. Im 25-köpfigen internationalen Teilnehmerfeld folgte die erst 19-jährige Anna Sandmann (Lähden) mit 47,02 Punkten auf Platz vier, Sebastian Warneck war Fünfter mit 47,19 Punkten. Den Marathon mit sieben schweren Hindernissen gewann der Niederländer Stan van Eijck (70,55 Punkte). Platz zwei ging an die Deutsche Meisterin von 2011, Carola Slater-Diener aus Lähden (71,85), als Dritter kam Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) mit 72,21 Punkten ins Ziel. Vierter wurde der Tscheche Josef Hrouda (72,69), Fünfte Anna Sandmann mit 73,37 Punkten. Der Abstand zwischen dem Sieger und dem Zehntplatzierten betrug gerade mal sechs Punkte. Auch in der Zwischenwertung war noch alles offen: In Führung lag Anna Sandmann mit einem hauchdünnen Polster von 0,39 Punkten, der Vorsprung von Sebastian Warneck gegenüber Arndt Lörcher betrug 0,27 Punkte, Lörcher seinerseits hatte lediglich 0,58 Punkte Vorsprung vor Stefan Schottmüller und 1,47 Punkte vor Carola Slater-Diener, die nach Dressur und Gelände an fünfter Stelle rangierte. Das Hindernisfahren war ein einziger Krimi und zerrte nicht nur an den Nerven der Beteiligten. Keiner der Teilnehmer kam ohne Fehler aus dem Parcours. Carola Slater-Diener, die als erste der fünf Führenden an den Start musste, hatte 4,21 Punkte, Lörcher kam auf 7,95 Punkte und fiel damit hinter Diener zurück. Für Schottmüller kamen 3,37 Punkte aufs Konto, Warneck erreichte mit 3,14 Punkten das Ziel. Ein starker Druck lastete nun auf der jungen Anna Sandmann: Sie hatte ebenfalls nur einen Abwurf, war aber etwas langsamer als Warneck (3,69 Punkte). Das hieß Gold für Warneck mit exakt 0,16 Punkten Vorsprung vor Sandmann. Ein fantastischer Erfolg für die Tochter von Vierspännerfahrer Christoph Sandmann, die zwar schon im Alter von sechs Jahren begann, Kutsche zu fahren und auch im Sattel viele Erfolge feiern konnte, sich aber erst 2011 ganz für den Fahrsport entschied. Die beste DM-Platzierung der angehenden Bürokauffrau war 2013 Rang sechs. Bronze 2014 gewann – wie schon 2013 – der 36-jährige Stefan Schottmüller. Carola Slater-Diener wurde Vierte, Arndt Lörcher Fünfter.

Pony-Zweispänner

16 Teilnehmer kämpften in der Konkurrenz der Pony-Zweispänner um die Meisterschärpe. In der Dressur blieb nur Dieter Baackmann unter der 40-er-Marke. Mit 39,94 Punkten gewann der 50-jährige Emsdettener hauchdünn vor Jan-Felix Pfeffer (Hamburg), der mit 40,06 Punkten das Viereck verließ. Damit setzten sich die Beiden schon etwas von der Konkurrenz ab: Dritter wurde mit 43,01 Punkten Christof Weihe (Minden), Niels Kneifel (Wunstorf) kam mit 54,21 Punkten auf Platz vier, Thomas Schuppert (Halle-Seeben) wurde Fünfter (57,60). Im Gelände lieferten sich Baackmann und Kneifel ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beide fuhren in je drei Hindernissen Bestzeiten, am Ende hatte der 21-jährige Kneifel die Nase vorn. 69,84 Punkte lautete sein Ergebnis, genau 71 Punkte das von Baackmann. Auf Platz drei folgte Martin Stübing (Neustadt-Dosse/73,67), nur 0,03 Punkte dahinter Hubert Häringer aus Gundelfingen. Eng ging es auch auf den weiteren Plätzen zu: 5. Thomas Schuppert / 73,78 Punkte, 6. Max Berlage (Schüttorf) / 73,97, 7. Jan Schuster (Seehausen) / 74,12 und 8. Birgit Kohlweiß / 74,60. Pech hatte Christof Weihe: Er kippte in Hindernis 2 um und schied aus. Vor dem abschließenden Hindernisfahren führte Baackmann das Feld vor Pfeffer und Kneifel an, an dieser Reihenfolge änderte sich dann auch nichts mehr. Baackmann gewann Gold, Pfeffer Silber und Kneifel, der das Hindernisfahren anführte, holte sich wie schon 2012 Bronze. DM-Vierter wurde Thomas Schuppert, Fünfter Max Berlage. FN/Birgit Springmann

Quelle: www.pferd-aktuell.de

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