WM Einspänner: Team Deutschland ist Weltmeister

Silber für Claudia Lauterbach, Bronze für Marlen Fallak

Izsak/HUN (fn-press). Viel besser hätte die Medaillenausbeute nicht sein können: Das deutsche Team gewann bei den Weltmeisterschaften der Einspännerfahrer im ungarischen Izsak Gold, Silber in der Einzelwertung holte sich die Dillenburgerin Claudia Lauterbach, Bronze ging an Marlen Fallak aus Nägelstedt.

Von Beginn an war die Titelverteidigung das erklärte Ziel der drei Mannschaftsfahrer – neben Marlen Fallak waren dies der 25-jährige Philipp Faißt aus Lahr und Routinier Dieter Lauterbach (Dillenburg) – sowie des Bundestrainers Wolfgang Lohrer (Meißenheim) und des Equipechefs Fritz Otto-Erley. Dass am Ende alle mit einer Medaille nach Hause fuhren, war dann aber doch mehr, „als wir uns in unseren kühnsten Träumen vorstellt hatten“, so Otto-Erley. „Einfach sensationell“, so sein Kommentar nach der Siegerehrung. Mit zwei WM-Neulingen war ja eine doch eher unerfahrene Mannschaft am Start. Aber das Team war Spitze und alle haben ihr Bestes gegeben“.

Nach der Dressur lag das deutsche Team noch hinter Frankreich, allerdings war der Rückstand mit nur 1,4 Punkten schon recht gering. In der Einzelwertung erreichten Faißt und seine in den Niederlanden gezogene Stute Ann in Time G.W. Platz sechs (43,58 Punkte), knapp dahinter (43,84 Punkte) rangierten Marlen Fallak und ihre einstige Moritzburger Bundeschampioness Tessa FST (v. Valerius) auf Platz sieben. Einzelfahrerin Claudia Lauterbach erhielt mit FST Velten (Schweres Warmblut v. Veritas) 46,72 Punkte und war nach der ersten Teilprüfung Zehnte. Ehemann Dieter, der gleich als dritter Starter auf das Viereck musste, lag mit seinem in Hessen gezogenen Dartagnan-Sohn Dirigent mit 49,98 Punkten an 24. Stelle. Angeführt wurde das Feld der 77 Starter aus 23 Nationen von dem Niederländer Wilbrord van den Broek, der als einziger die 40-Punkte-Marke unterschritt. Zweiter war der Franzose Ranaud Finck, Dritter der Österreicher Rudolf Pirhofer. „Dieter Lauterbach ist eine gute Dressur gefahren, doch der frühe Startzeitpunkt war sicher nicht von Vorteil“, kommentierte Otto-Erley das Ergebnis. „Die beiden Damen haben Top-Leistungen gezeigt. Auch Philipp Faißt hatte eine sehr gute Vorstellung. Allerdings waren die äußeren Bedingungen heute aufgrund des starken Windes sehr schwierig und die Stute, die ja über hervorragende Qualitäten verfügt, hat sich doch etwas ablenken lassen“.

Die Marathonfahrt durch acht lange und schwere Hindernisse absolvierten Dieter Lauterbach und Dirigent aus deutscher Sicht am besten und trugen damit maßgeblich zur Führung des deutschen Teams bei: Mit 84,32 Punkten belegte das Gespann Platz drei hinter dem US-Amerikaner Jacob Arnold (81,72 Punkte) und Wenche Johannesen (NOR/84,32 Punkte). Auf Platz neun (87,42 Punkte) folgten Claudia Lauterbach und FST Velten, Philipp Faißt und Ann in Time G.W. kamen als Zwölfte ins Ziel (87,93 Punkte), Marlen Fallak und Tessa FST waren 16. (88,98 Punkte). Mit 259,7 Punkten führte nun Deutschland das Feld an, dicht auf den Fersen lag das französische Team mit 260,9 Punkten. Etwas größer dann der Abstand zu den nach Dressur und Gelände an dritter Stelle rangierenden Teilnehmern aus Norwegen (269,1 Punkte). Auch in der Einzelwertung waren Medaillen bereits greifbar: Philipp Faißt belegte mit 131,51 Punkten Platz vier – genau 2,32 Punkte trennten ihn von dem Führenden Renaud Fink (FRA/129,19 Punkte). Auf Rang fünf folgte mit 132,82 Punkten Marlen Fallak, Sechste der Zwischenwertung war Claudia Lauterbach, Dieter Lauterbach folgte mit 134,30 Punkten auf Rang acht.

Das Hindernisfahren war ein einziger Krimi, doch das deutsche Team zeigte sich nervenstark, löste die Aufgaben im Kegelparcours besser als seine französischen Konkurrenten und gewann zum dritten Mal in Folge Mannschaftsgold. Für die Mannschaft punktete dabei vor allem die Thüringerin Marlen Fallak, die zum ersten Mal bei einem Weltchampionat dabei war. Mit Tessa FST leistete sie sich im Kegelparcours lediglich 1,03 Zeitstrafpunkte und holte sich damit auch Bronze in der Einzelwertung. Dieter Lauterbach und Dirigent hatten einen Abwurf und 3,23 Zeitfehler und beendeten die WM 2014 auf Platz zwölf. An elfter Stelle der Einzelwertung rangiert Philipp Faißt. Für den 25-jährigen zweifachen Deutschen Meister und Ann in Time G.W. addierten sich im Kegelparcours neun Punkte. Auch Claudia Lauterbach krönte ihr WM-Debüt mit einer Medaille. Eine blitzsaubere Runde durch den Kegelparcours brachten der 33-jährigen und FST Velten nicht nur den Sieg in dieser Teilprüfung ein, sondern auch Silber in der Gesamtwertung. Neuer Weltmeister ist der Niederländer Wilbrord van den Broek, Silber in der Mannschaftswertung ging an Frankreich, Bronze an die Schweiz. FN/Birgit Springmann

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