Marcus Ehning im Interview

Marcus Ehning mit Comme il Faut
Marcus Ehning mit Comme il Faut / Foto: Stefano Grasso /LGCT

Berlin – Er hat gerade gleich zwei phantastische Siege gefeiert, nämlich im Nationenpreis und im Großen Preis von Aachen. Noch auf der Welle dieses Erfolgs ist Marcus Ehning in der Hauptstadt angereist, beim internationalen Fünf-Sterne-Turnier Global Jumping Berlin ist der Springreiter aus Borken zum ersten Mal. Wie sich Marcus Ehning nach der Aachener Turnierwoche fühlt, welche Pferde er in Berlin an den Start bringt und was er sich von seinen Auftritten im Sommergarten unter dem Berliner Funkturm verspricht, hat er uns im Interview verraten.

Nach so einem Turnierverlauf wie in Aachen, mit welchem Gefühl fahren Sie dann zum nächsten Turnier, also zum Global Jumping Berlin?
Marcus Ehning: Also, ganz ehrlich, ich glaube toppen kann ich das hier nicht, wenn ich die Form halten kann, wäre das schon überragend. Es ist ein anderes Turnier, andere Pferde, der Alltag holt einen schnell ein. Aber ich bin sehr motiviert. Mit Cornado NRW und Comme il faut habe ich tolle Pferde und hoffe, an die Leistung anknüpfen zu können.

Was charakterisiert diese beiden Pferde?
Marcus Ehning: Also, gemeinsam haben die beiden auf jeden Fall, dass sie denselben Vater haben, nämlich Cornet Obolensky, aber schon mal völlig unterschiedlich aussehen. Der eine ist ein großer Schimmel, der andere ein etwas kleinerer Brauner. Und die beiden Hengste sind auch in ihrer Art sehr verschieden. Aber es sind beides starke Charaktere, sehr selbstbewusst und einfach beides echte Ausnahmepferde – für mich persönlich gehören sie zu den besten Pferden der Welt.

Sie sind im Team Valkenswaard United, die im Ranking der Global Champions League an zweiter Stelle stehen, was haben Sie sich für Berlin vorgenommen?
Marcus Ehning: Wir sind hier mit Alberto Zorzi und Bertram Allen und haben uns einiges vorgenommen. Wir haben drei erfahrene Pferde dabei und werden dann von Runde zu Runde entscheiden, wer besonders gut drauf ist und auch, welches Pferd am besten mit diesem Platz zurechtkommt.

Wie viel Taktik steckt denn tatsächlich hinter den Einsätzen in der League?
Marcus Ehning: In erster Linie treffen wir die Entscheidungen im Sinne der Pferde und wollen das beste und fitteste Team an den Start bringen.

Wie teilen Sie sich denn ihre Saison ein, es stehen im September ja auch noch Weltreiterspiele in Tryon an?
Marcus Ehning: Klar ist die Saison lang, neben der Serien stehen ja auch noch Nationenpreise und andere Turniere an. Da muss ich die Pferde schon gezielt einsetzen und sie bei Laune halten. Tryon macht man sich da schon passend. Aber ich lass es auch ein bisschen auf mich zukommen. Ich hab da ja schon so einiges erlebt. Man darf letztlich nicht zu viel und nicht zu wenig mit den Pferden machen.

Die Longines Global Champions Tour und die Global Champions League touren durch die schönsten Städte der Welt, können Sie das genießen?
Marcus Ehning: In erster Linie finde ich es sehr wichtig und sehr gut, dass in der Hauptstadt ein Turnier stattfindet. Das ist auch durch die Tour eine absolute Bereicherung für Deutschland. Es ist auch schön, dass man sein eigenes Land nach außen repräsentieren kann, insbesondere in den Medien.

Was gefällt Ihnen denn besonders an Berlin?
Marcus Ehning: Ich bin letztes Jahr nicht hier gewesen, also das erste Mal hier. Das Ambiente ist für die Zuschauer sehr angenehm. Der Platz ist überschaubar, da bekommt auch jeder wirklich alles mit, was im Parcours passiert. Ich lass das erstmal auf mich wirken und wir schauen mal wie es wird.

Haben Sie denn die Gelegenheit, sich auch in der Hauptstadt ein bisschen umzugucken?
Marcus Ehning: Gestern hatte ich eine Einladung, das war auch sehr schön, aber ich bin grundsätzlich nicht unbedingt der Sightseeing-Typ. Letztlich bin ich eben auch hier, um zu reiten. Aber wenn es zeitlich passt, versuche ich das schon. Die Auswahl an Turnieren der Tour ist wirklich groß und wir dürfen da reiten, wo andere im Urlaub hinfahren. Das ist schon etwas Besonderes.
(SySa/EquiWords)

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