Meredith Michaels-Beerbaum „hält die Beerbaum-Flagge hoch“ und gewinnt den Großen Preis von Riesenbeck

Meredith Michaels-Beerbaum, Riesenbeck International
Meredith Michaels-Beerbaum, Siegerin bei Riesenbeck International Foto: Tanja Becker

Zu Beginn der Hallensaison haben die Reiter noch Zeit für ein Familien-Wochenende

69 Starter wollten im mit 30 000 Euro dotierten Großen Preis von Riesenbeck, einem 1,45 Springen, untereinander ausmachen, wer von ihnen in Originalgröße künftig als riesiges Poster an der Wand zwischen Veranstaltungs- und Abreitehalle verewigt wird. 21 Paare hatten es schließlich nach fehlerfreier Runde ins Stechen geschafft.

Als erste Reiterin im Stechen warf die frühere Nummer eins der Weltrangliste, Meredith Michaels-Beerbaum (Aller-Weser) sowohl ihre große Erfahrung als auch die Schnelligkeit ihrer erst neunjährigen Holsteiner-Stute La Caramba in die Waagschale und setzte mit einer fehlerfreien Zeit (0/39.99) die nachfolgenden Reiter gehörig unter Druck. Der allerletzte Reiter, Mario Stevens (Lastrup) , ließ sich nicht beirren und wollte es mit seinem Wallach Baloubet wissen. Doch die Uhr blieb nach fehlerfreier Runde bei 40.00 Sekunden stehen. Eine Hundertstelsekunde trennten ihn von Meredith Michaels-Beerbaum, die damit unter riesigem Applaus der Zuschauer und der angereisten Großfamilie Beerbaum erstmals den Großen Preis von Riesenbeck gewinnen konnte. Zweiter wurde Mario Stevens, den dritten Platz belegte Jens Baackmann (Albachten) auf Carmen (0/40.42).

„Es hat großen Spaß gemacht heute, ich habe die Beerbaum-Flagge hochgehalten!“, sagte sie die Siegerin glücklich. „So knapp habe ich noch nie gewonnen.“ 

Die Hallensaison ist eröffnet, jetzt können die langersehnten Regenmassen kommen und die Temperaturen der Jahreszeit entsprechend sinken. Beim schon Tradition gewordenen Auftakt der gemütlichen Turnierjahreszeit unterm warmen Hallendach in Riesenbeck waren beim Indoors 2* wieder die Starterlisten voll. Und ein weiteres konnte beobachtet werden: es blieb trotz der 13 Spring-Prüfungen, die von früh morgens bis spät in die Nacht andauerten, noch Zeit für die Familie. Mädchen prägen dabei das Bild. So hatte Tim Rieskamp-Goedeking zwei Tage lang rund um die Uhr mit der Tochter Ihrem Alter entsprechend ganz in rosa gekleideten Amy verbracht, spielte nebenher mit ihr Karten, schaute gemütlich im LKW zum Tagesausklang „Voice of Germany“ vor dem Einschlafen, bis die Mama mit der Tochter Nummer zwei, Elly, und dem sechs Wochen alten Baby Ilvy, Töchterchen Nummer drei,  zu Besuch kam.

Die „Ablenkung“ brachte Glück: Erst gewinnt er am Freitag auf Coldplay das Zwei-Phasen-Springen der Mittleren Tour, dann siegt er im Hauptspringen der Großen Tour am Samstag mit Bao Loi (0/66.50) vor dem Iren Jonathan Gordon auf Sunny (68.88) und dem erstmals nach Riesenbeck gereisten, und von der Anlage schwer beeindruckten  Holländer Leopold van Asten mit Urane de Talma (0/69.14).

Am Finaltag setzte er dann noch einmal ein Zeichen und siegte auch in der Finalprüfung der sechs- und siebenjährigen Pferde, einem Zwei-Phasen-Springen, mit der sieben Jahre alten Stute Pepina G (0/32.80) vor Leopold van Asten auf VDL Group Hutch (0/32.84) und Rene Dittmer auf Argento (0/32.97). Eine Lehrstunde in Stil und Reitkunst gab Christian Kukuk, der Mitarbeiter des Stalles Beerbaum, in dieser Prüfung mit seinem erst sechs Jahre alten Colestus-Sohn Constantin. Dass stilistisch schönes Reiten auch sehr schnell sein kann, zeigte der 29jährige durch Platz vier hinter den ein Jahr älteren Pferden. 

Auch der strahlende Papa Tobias Meyer (Falkenberg) holte sich mit seinem kleinen Wonneproppen Mia die nötige Motivation im Pool des angeschlossenen Parkhotels und gewann am Freitagabend mit Coeur de Lion die erste Prüfung der Großen Tour (0/59.78) vor dem Italiener Michael Christofoletti (0/60.80) auf Sig Debalia und Johannes Ehning (Borken), der C-Jay (0/61.11) ritt und der mit der ebenfalls reitenden Partnerin Kaya Lüthi, Töchterchen Grace und natürlich einer ganzen Familiengruppe um Opa Richard vor Ort war. Bei so viel Nachwuchs beim Turnier darf auch Tadahiro Hayashis Mia nicht fehlen, die mit Mama Martha täglich vor Ort war, um sich die Streicheleinheiten aller Mitarbeiter des Stalles Beerbaum abzuholen. 

In der von den Amateuren während der ganzen Saison so gut angenommenen L & S Amateur-Tour qualifizierten sich 22 Paare für das Finale zur besten Zeit am Samstagabend, kurz vor dem Finale der Mittleren Tour. Hier erreichten sieben Reiter das Stechen in einem L-Springen und Jennifer Sieker (RFV v.Bismarck Exter) holte sich mit Karuschka die goldene Schleife vor Sina Knoop vom Reiterverein Riesenbeck auf Lönneberger und Thorben Boße (RV Ibbenbüren) auf Chirla.Damit stand Sina Knoop vom ZRFV Riesenbeck als Siegerin der Jahreswertung fest (181), zweite wurde Claudia Brüggemann vom RFV Nordwalde (155) und dritte, sehr zur Freude von Papa Marco, Christin Kutscher (ZRFV Riesenbeck/154).  

 Dies war die Kulisse für eine vierzig Personen umfassende, eigens angereiste, gutgelaunte und in lila gekleidete Gruppe von Freunden und Fans der Reiterin Christina Thomas (Cloppenburg), der das Goldene Reitabzeichen verliehen wurde. Es gab eine persönlich gehaltene Ansprache von Ludger Beerbaum, der sich an seine eigene Verleihung vor vielen Jahren erinnerte: er könne sich gut vorstellen, wie die Reiterin sich jetzt in diesem Moment fühle, sie solle diesen großen Augenblick für immer in Erinnerung behalten. „Schön, dass du Riesenbeck für diese Ehrung ausgesucht hast“, bedankte er sich, bevor die offiziellen Reden gehalten, eine Foto-Show gezeigt und das Spalier der Fans nach der Ehrenrunde aufgelöst wurde. 


 Das Finale der Mittleren Tour, gegeben von der großen Förderin des Stalles Beerbaum und auch von Riesenbeck International, Madeleine Winter-Schulze, wurde zu einer Demonstration von Jan Wernke (Handorf-Langenberg) und seiner schon 17 Jahre alten Holsteiner Stute Queen Mary: das bestens eingespielte Team siegte (0/44.62) vor Michael Christofoletti auf Sig Debalia (0/45.61). Dass Jan Wernke sein Pferd liebt und schätzt wie ein Familienmitglied, sieht man auf den ersten Blick. Gemeinsam haben beide schon viele schöne Siege in der schweren Klasse errungen. Auf den Plätzen drei und vier rangierte Team Kutscher: zuerst der Angestellte Christopher Kläsener auf Cornet´s Spirit (0/47.33) vor seinem Chef Marco Kutscher auf Castelan (0/47.69). Dahinter - zur Freude der Sponsorin - Kutschers früherer Chef Ludger Beerbaum mit der vielversprechenden erst sieben Jahre alten Monte Bellini – Tochter Mia (0/51.91), der jüngsten im Feld der Teilnehmer.

Im Finale der Kleinen Tour siegte nach Stechen Rene Dittmer (RV Harsefeld), Bereiter im Stall von Meredith Michaels-Beerbaum, auf Lunica (0/31.29) vor Niclas Baule (Oldenburger Münsterland) auf Condarco (0/31.75) und Philipp Schober auf Guesssina vom RSV Rothenburg (0/32,40). 

 Alle Ergebnisse unter: www.reitturniere-live.de/2019/riesenbeck-international_11/ 

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