Großer Herforder Springpreis geht an eine Amazone

Youngster Tour "Der Schmied kostet nunmal Geld, das musste ich doch wieder reinholen", kommentierte ein glücklicher Tim Rieskamp-Gödeking ganz trocken seinen Sieg im Finale der Youngster Tour.

Dem rasanten Ritt war einiges Herzklopfen vorausgegangen: Beim letzten Sprung auf dem Abreiteplatz war das Eisen abgeflogen. In Windeseile tat der Turnierschmied sein Werk an Classic, das Paar konnte direkt nach dem letzten Hammerschlag den Normalumlauf des S*-Springens angehen. Als letztes von 55 Paaren - die sieben- und achtjährigen Pferde traten gegeneinander an - waren die beiden dran und qualifizierten sich somit als 15. Teilnehmer für das Stechen.

In Führung lag bis dahin Anna-Maria Jakobs. Die Warburgerin hatte eng auf die zweifache Kombination gewendet, und ihr Chester konnte die Distanz auf den vorletzten Sprung mit sieben anstatt acht Galoppsprüngen absolvieren: 32,34 Sekunden. Die sieben Galoppsprünge wagten wenige Reiter nach ihr, darunter Tim Rieskamp-Gödeking. Der holte zusätzliche Zeit in zwei besonders engen Wendungen heraus und nahm der Warburgerin so fast zwei Sekunden ab, der eindeutige Sieg. Dritter wurde Christian Kukuk mit seinem Cornwall, der Zuschauer und Richter in den Tagen zuvor schon begeistert hatte. Zwei Achtjährige lagen also vor einem Siebenjährigen in diesem Finalspringen.

Große Tour

Ein Viertel der Starter im Großen Herforder Springpreis, ausgeschrieben als S**-Springen mit Stechen, war Frauen - und letztendlich zeigte eine Amazone den Herren, wie das Siegen funktioniert. "Ich war angetreten, um zu gewinnen", sagte Katrin Eckermann nach dem Stechen. Es war ihr erster Start in Herford, und das erste Mal, dass den Großen Herforder Springpreis im Rahmen der Lützower Pferdesporttage eine Dame gewinnt. Eckermann hatte als vorletzte Starterin eine gute Ausgangssituation, und sie ließ ab Durchqueren der Startlinie keinen Zweifel daran, dass sie auf Sieg ritt. Ihr aufwändig und üppig, aber sicher springender Dunkelfuchs-Wallach Chamonix war flink unterwegs und ließ sich gut wenden. Mit 39,65 Sekunden setzte sie den Lützower Markus Brinkmann als letzten Starter gehörig unter Druck. Der hatte zwei Pferde für das Stechen qualifiziert, sein Pikeur Dylon hatte schon eine fehlerfreie, aber deutlich langsamere Runde hingelegt. Auch Bruder Thorsten war fehlerfrei geblieben, hatte aber mit Pikeur Cassano fast zehn Sekunden mehr gebraucht als die spätere Siegerin. Nun sollte es mit Pikeur Lux also der "alte Hase" unter Markus' Pferden richten. Leider fiel eine Stange - Markus räumte ein, dass er die Wendung nach der Zweifachen zu früh eingeleitet und somit den Fehler selbst verursacht hatte.

Letzendlich gewann Katrin Eckermann vor Andreas Kreuzer und Markus Renzel. Kreuzer sagte, dass sein Calvilot ihn richtig gut aussehen ließ: "Er ist bisher eher in der Youngster Tour unterwegs gewesen, das war das erste Mal, dass er richtig schnell gehen sollte. Er war gut, aber hier und da war es bei uns noch etwas hakelig, das hat Katrin besser hinbekommen." Markus Renzel war "einfach nur stolz" auf seine Quick Step. "Sie ist gestern schon Null gegangen, und heute Doppel-Null, das ist für ein so wenig routiniertes Pferd einfach klasse - und macht mir Mut für die Zukunft."

Neben den Brüdern Markus und Thorsten Brinkmann auf den Rängen 5 und 6 platzierte Diana Bülles vom gastgebenden Verein ihren Podolski auf Rang 16 - nur einen Springfehler machten die beiden. Andreas Mauricio Quintero Palomar und Chavany wurden mit zwei Fehlern 33. der 42 Starter.

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