Die Arbeit am Langen Zügel

Schnellstmöglich in den Trab!

 

Eine der großen Herausforderungen am Langen Zügel, ist das mögliche Einrollen. Selbst Pferde, die sich nie unter dem Sattel einrollten und keinerlei Tendenzen hatten, hinter die Senkrechte zu kommen, können versuchen sich am Langen Zügel einzurollen. Diese möglichen Fehlerquellen sind in den fehlenden Gewichts- und Schenkelhilfen begründet. Je konstanter das Pferd nach vorne gearbeitet wird, desto geringer ist die Gefahr des Einrollens. Um diese Gefahr von Beginn an zu minimieren, geht der Ausbilder so schnell wie möglich in den Trab.

Das Pferd muss aus diesem Grund bereits in der Lage sein, versammelt zu traben. Sollte es trotzdem versuchen zu tief zu kommen, korrigiert der Ausbilder diese Tendenzen umgehend mit zeitgleichen Aufwärtsparaden an beiden Zügeln. Die Hände werden hierzu für den kurzen Moment des Zügelimpulses angehoben und nach erfolgter Reaktion zurück in die Grundposition links und rechts des Schweifes gelegt. Zu diesem Zeitpunkt der Ausbildung am Langen Zügel ist es sehr wichtig, dass das Pferd sofort lernt das Genick als höchsten Punkt zu behalten. Ist es zu weit abgetaucht und tief eingerollt, ist eine Korrektur deutlich schwerer. Der Ausbilder hat bei diesem Ausbildungsstand konsequent darauf zu achten, dass geringe Ansätze von Abtauchen schnell korrigiert werden.

Eine weitere Herausforderung bei der Arbeit am Langen Zügel ist das Schulen der ausschließlichen „Lenkung“ über die Zügel. Die harmonische Linienführung gelingt wesentlich einfacher im Trab, da das mehr an Vorwärts eine bessere Kontrolle der Hinterhand ermöglicht. Probleme in der Linienführung ergeben sich analog zur Arbeit unter dem Sattel immer dann, wenn das Pferd beginnt, die Hinterhand zu versteifen und nicht mehr fließend nach vorne arbeitet. Durch den raschen Übergang zur Arbeit im Trab werden mögliche Harmoniestörungen bei der Arbeit am Langen Zügel im Vorfeld vermieden.

 

Auszug aus dem Buch "Arbeit am Langen Zügel". Mit Genehmigung des Müller Rüschlikon Verlag.

 


Mehr über die Arbeit am Langen Zügel könnt Ihr hier nachlesen:

Arbeit am Langen Zügel

Andrea Lipp erklärt Schritt für Schritt, wie die Anfänge mit Hilfe von Körpersprache und fein geführtem Zügel gelingen. Mögliche Probleme und entsprechende Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt, ebenso wie die Frage, ab wann mit Seitengängen und dem Galopp begonnen werden kann.

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Über die Autorin:

Die klassische Reiterei ist die Passion von Andrea Lipp. Seit 2008 leitet sie im Bergischen Land bei Köln ihre Klassisch-Barocke Reitschule. Andrea Lipp ist Schülerin von Oberbereiter Andreas Hausberger, bei dem sie sich seit 2011 regelmäßig fortbildet. 

Mehr Informationen zu Andrea Lipp finden Sie hier: www.barock-reiten.de

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